Kinder in Tibet

Hallo, Tashi Delek,

ich bin Sherab Nyima!_dsc5762
Schön, dass wir uns kennenlernen. Ich komme aus Tibet und bin neun Jahre alt. Ich möchte dir gerne von meiner Familie erzählen. Wir sind Nomaden, wie die meisten Menschen in Tibet. Wir reisen mit unserem Zelt und unseren Tieren, den Yaks, von Ort zu Ort. Das ist wichtig, damit die Tiere immer genug zum Fressen und Trinken finden. Meine Familie hat über 70 Yaks, die sehen so ähnlich aus wie Kühe. Manchmal müssen wir sehr weit wandern, um den nächsten Weideplatz für unsere Tiere zu suchen. Dabei laufen wir oft ganz hoch oben auf mehr als 5000 Metern.

Ich wohne mit all meinen Verwandten zusammen: meinen Eltern, meinen beiden Geschwistern, meinen Großeltern, Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins. Die Familie ist für uns sehr wichtig. Alle helfen mit, damit wir immer Essen und Kleidung haben und unsere Zelte in Ordnung sind.

Im Zelt
In den Zelten leben wir. Unser Zelt sie07juliht toll aus, es ist schwarz und aus Yak-Fell gemacht. Von innen und außen ist es schön bunt geschmückt, mit Gebetsfahnen oder großen bunten Flaggen. In der Mitte von unserem Zelt befindet sich ein Ofen. Darüber ist eine große Öffnung im Zelt, damit der Rauch abziehen kann. Manchmal, wenn es regnet, werden wir im Zelt sogar ein bisschen nass.Um das Feuer herum legen wir unsere Felle, Decken und Matten. Hier können wir tagsüber sitzen und uns ausruhen und nachts schlafen.

Leben auf dem Berg

Bei uns ist es oft kalt und windig. Das stört uns aber nicht, denn wir sind ja daran gewöhnt genauso wie daran, dass wir keine Straßen, keinen Strom und kein fließendes Wasser haben. Schwierig ist aber, dass es bei uns keine Ärzte gibt. Deshalb müssen wir, wenn wir krank werden, sehr weit fahren, um zu einem Arzt oder in ein Krankenhaus zu kommen.

Durch unser Tal fließen viele kleine Flüsse, hier können wir uns waschen. Aus den Flüssen holen _dsc5865wir auch das Wasser zum Trinken und Kochen. Das ist ganz schön anstrengend und meine Geschwister und ich müssen oft zum Fluss laufen und das viele Wasser tragen. Wenn wir einmal auf das Klo müssen, hocken wir uns ins Gras. Und wenn meine Geschwister und ich spielen wollen, können wir einfach vor das Zelt auf die riesige Wiese gehen.

Besuch

Meine Familie und ich freuen uns immer sehr über Gäste – auch wenn wir wie viele Nomaden Wachhunde halten, weil wir Angst vor Räubern haben. Wenn wir Besuch bekommen, bieten wir immer Tsampa an. Das essen wir sehr oft und gerne. Tsampa ist geröstetes Gerstenmehl, das wir mit heißem Tee und Yakbutter zu einem Brei verrühren. Darüber streuen wir gerne ein paar Stücke Yakkäse. Das schmeckt super und ist sehr gesund .

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