Aufbau einer Kardamomgemeinschaft

Eines unserer ersten beiden großen Projekte in Bhutan ist der Ausbau einer Kardamomfarm, die von alten alleinstehenden Menschen, jungen Arbeitslosen und Schulabbrechern gemeinsam betrieben wird. Derzeit entsteht, basierend auf der Kardamomfarm, eine Kardamomgemeinschaft, an der noch mehr Menschen beteiligt sind.

Hintergrund

Im Südosten Bhutans gibt es wenig Perspektiven für junge Menschen. Arbeitsplätze sind nicht vorhanden, die Bewohner*innen der Region bauen meist auf ihren winzigen Feldern an steilen Berghängen Gemüse zum Selbstverzehr an.

Viele Familien leben in großer Armut. In kleinen Hütten schlafen die Kinder auf Zeitungspapier, das als Bett dient. Sie haben nicht genug zu Essen und keine warme Kleidung. Zur Schule müssen die Kinder mehrere Stunden laufen. Die obligatorische Schulkleidung und Schulmaterialien sind für die Familien zu teuer. Regierungsprogramme zur Unterstützung von bedürftigen Familien haben die Region bislang nicht erreicht. Viele Schüler*innen brechen ihre Ausbildung deshalb nach der Grundschule ab.

Übersicht

Projektstart 2017
Region Wamrong, Südost-Bhutan
Projektziel Ländliche Entwicklung
Zielgruppe Alte Menschen, junge Arbeitslose und Schulabbrecher
UN Entwicklungsziele 1,4,5,6*
Bedarfe Derzeit sind alle Kosten durch Förderung gedeckt

Projektvorhaben

In der Kardamomgemeinschaft möchten alte und junge Menschen gemeinsam Kardamomsetzlinge pflanzen, um Kardamom zum Verkauf in Bhutan und Indien anzubauen. Das Projekt wird geleitet von der 26-jährigen Pema Choeden. Sie ist Mutter von zwei Kindern, alleinerziehend und mittellos. Die Schule hat sie nur bis zur siebten Klasse besucht, sie hat jedoch Erfahrung in der Landwirtschaft. Gemeinsam mit zunächst zwanzig weiteren Bewohner*innen hat sie eine Farm mit Feldern, einem Schuppen und einer kleinen Hütte errichtet, in der die Projektteilnehmer*innen abwechselnd schlafen.

In einer zweiten Phase haben sich weitere Bäuerinnen und Bauern dem Projekt angeschlossen. In Schulungen können die Beteiligten ihre landwirtschaftlichen Kenntnisse erweitern.

 

Ziele

Mit dem Projekt werden folgende Ziele verfolgt:

1.  Reduzierung der Arbeitslosenquote und der ländlich-städtischen Migration

2.  Verbesserung der Betreuung und der Partizipation von alten Menschen

3.   Stärkung insbesondere von Frauen im wirtschaftlichen Bereich

4.   Förderung der Ernährungssicherheit in Bhutan

5.   Wissenstransfer

6.   Rückgang von Jugendkriminalität und Drogenmissbrauch

7.   Stärkung der abgelegen ländlichen Regionen und ihrer BewohnerInnen

Wir freuen uns sehr, dass wir bei der Durchführung des Projektvorhabens von der W.P. Schmitz Stiftung, der Aurora Borealis Stiftung, sowie der Deutschen Umwelthilfe e.V. und der Rapunzel Naturkost GmbH aus Mitteln des Hand in Hand Fonds  finanziell unterstützt werden, vielen Dank! Auch Sie können uns bei der Umsetzung des Projekts helfen – wir danken Ihnen sehr!

Mit diesem Projekt leisten wir einen Beitrag zu den Entwicklungszielen 1, 4, 5 und 6 der Vereinten Nationen: 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung.