Dolma Tsering

Dolma Tsering ist ein junges Mädchen aus dem Nomadengebiet Tsangtho, der Region in der wir unsere Krankenstation erbaut haben. Sie stammt aus einer sehr armen Nomadenfamilie. Wir haben sie drei Jahre lang bei ihrer Ausbildung an der Oberschule in Kangding unterstützt. Nun ist sie das erste Kind aus dem ganzen großen Gebiet Tsangtho, das einen Platz an der Universität erhalten hat.

Die ganze Region ist sehr stolz auf die junge Frau. Durch ihren schulischen Erfolg konnte sie nicht zuletzt der sehr traditionellen Gesellschaft aus der sie stammt beweisen, dass auch Mädchen schulisch etwas leisten können. Viele Familien sind nun sicher eher gewillt, auch ihren Töchtern den Schulbesuch zu ermöglichen.

 

Tsekyab

Tsekyab ist ein 17 jähriger Nomadenjunge, der mit seiner Familie in einem weit abgelegen Nomadengebiet in Osttibet lebt. Tsekyab hat vier Geschwister, sie alle sind jünger als er, seine kleine Schwester ist grade einmal drei Jahre alt. Tsekyabs Mutter kümmert sich alleine um die Kinder. Nachdem Tsekyabs Vater die Familie kurz nach seiner Geburt verlassen hatte, lebte seine Mutter immer wieder mit unterschiedlichen Männern zusammen. Alle Kinder haben unterschiedliche Väter und keiner der Väter fühlt sich verantwortlich.

Tsekyab hat schon früh gelernt, sich um seine kleinen Geschwister und auch um seine labile Mutter zu kümmern. Tsekyabs Familie besitzt keinen einzigen Yak und ist somit nicht in der Lage sich selbst zu versorgen. Da es in dem Nomadengebiet keine Arbeitsmöglichkeiten für Frauen, also für Tsekyabs Mutter gibt, ist die Familie völlig mittellos. Von klein an hat sich Tsekyab bemüht, etwas zu Essen, Kleidung oder ein wenig Geld für die Familie herbei zu schaffen.

Zwischen all der Arbeit hat Tsekyab so oft wie nur möglich versucht, die örtliche Grundschule für Nomaden zu besuchen. Vor zwei Jahren wurde Tsekyab schließlich an der Mittelschule in Drango aufgenommen. Damit ging für ihn ein großer Traum in Erfüllung. Endlich gab es einen Lichtblick in Tsekyabs sonst so hoffnungslosem Leben. Durch die Schulausbildung erhielt Tsekyab die Möglichkeit, sich und seine Familie aus der Armut zu befreien.  Im Sommer 2011 hat Tsekyab die Mittelschule erfolgreich abgeschlossen und besucht nun die Oberschule. In den Ferien und am Wochenende lebt Tsekyab bei seiner Familie, denn er möchte seine Mutter unterstützen so gut es nur geht.

Tsekyabs Lieblingsfach ist Tibetisch. Später möchte er einmal Lehrer oder Arzt werden und damit den Armen in seiner Heimat und ganz besonders seiner eigenen Familie helfen. Am liebsten möchte er Lehrer in seinem Heimatdorf werden und den anderen Kindern zeigen wie wichtig es ist, die Schule zu besuchen. Tsekyab meint, mit einer guten Ausbildung erhält jedes Kind, und sei es noch so arm, die Möglichkeit etwas aus seinem Leben zu machen und anderen zu helfen.

Unser Projekt unterstützt Tsekyab und seine Familie. Wir haben alle Schulgebühren an der Mittelschule für Tsekyab übernommen und werden auch die komplette Oberschulausbildung finanzieren. Weiterhin möchten wir Tsekyabs Mutter in unser neues “Yak-Projekt” aufnehmen.

Im Herbst 2011 hatten einige Frauen aus Deutschland die Idee, alleinstehenden oder alleinerziehenden Frauen in Tibet Yaks zur Verfügung zu stellen. Mit einem Yak können die Frauen sich und ihre Kinder langfristig und selbstständig versorgen und zusätzlich noch Butter, Käse und Joghurt zum Tauschen oder verkaufen herstellen. Die Frauen werden die Yaks gemeinschaftlich versorgen. Damit erleichtern sie sich nicht nur die Arbeit und machen sie ergiebiger. Gleichzeitig wird die Gemeinschaft der oft völlig vereinsamten Frauen gestärkt. Im Winter werden wir die Übergabe der Yaks an die Frauen begleiten. Dann soll auch Tsekyabs Mutter einen Yak erhalten.